Der Begriff Naturheilkunde bezeichnet ein Spektrum verschiedener Methoden, die die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen und die sich bevorzugt in der Natur vorkommender Mittel oder Reize bedienen. Dazu gehören (nach einer Definition von Brauchle 1952 ) die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle und Willensvorgänge. In einem weiter gefassten Verständnis werden auch "natürliche" Arzneimittel , vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen einbezogen. Die Naturheilkunde zählt heute großenteils zum Bereich der Alternativmedizin und im engeren Sinne zur Komplementärmedizin (d.h. zu den wissenschaftlich anerkannten, die Schulmedizin ergänzenden Verfahren). Als ein wichtiger Pionier gilt der Arzt Christoph Wilhelm Hufeland.

Grundsätzlich ist zwischen der ärztlichen Anwendung, Behandlungen nach dem Heilpraktikergesetz und der Selbstbehandlung zu unterscheiden. Vor allem in der niedergelassenen Ärzteschaft und in der Rehabilitationsmedizin sind naturheilkundliche Verfahren durchaus verbreitet. In Deutschland sind rund 14.000 Ärzte in ärztlichen Fachgesellschaften für Naturheilverfahren organisiert. Zum Vergleich sind es 28.000 bei der Akupunktur , 8000 in der Chirotherapie , 6.000 in der Homöopathie und mehr als 5.000 in sonstigen Verfahren der Alternativmedizin . Naturheilverfahren sind beliebt; 73% der Bevölkerung (Studie Allensbach 2002) wünschen, damit behandelt zu werden. Die meisten Heilpraktiker arbeiten auch mit Naturheilverfahren.

Im antiken, hippokratischen Verständnis wurde die Natur als Lebenskraft und als Heilkraft aufgefasst. Die Gesundung des Patienten wurde durch die Natur bewirkt, der Arzt war nur Behandler: Medicus curat, natura sanat .

 

 

 

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Naturheilkunde von der damaligen wissenschaftlichen Medizin nicht zu trennen. Natürliche Heilweisen waren Grundbestand ärztlicher Erfahrung und Grundgerüst jeder Therapie. Hierauf zog man sich auch zurück, wenn andere Theorien oder therapeutische Konzepte (z.B. aus der sogenannten Heroischen Medizin ) versagten. Parallel zur Entwicklung der naturwissenschaftlich begründeten Medizin entstanden sowohl aus dem praktischen Ärztestand als auch aus der Laienmedizin zahlreiche Versuche zur Erhaltung der Naturheilkunde.

Ein Ansatz war die Propagierung des Wassers zu Heilzwecken in der Hydrotherapie. Vinzenz Prießnitz bezeichnete um 1848 die Kombination von aktiver und passiver Bewegungstherapie, Luft,- Bäder- und Wasseranwendungen sowie einfacher Mischkost erstmals als Naturheilverfahren . Johann Schroth verband die Wasseranwendungen mit Fasten in der Schrothkur . Durch kompromisslose Arzneifeindlichkeit und Impfgegnerschaft waren später Bewegungen um die Zeitschrift "Der Naturarzt" oder der "Deutsche Bund der Vereine für Gesundheitspflege und arzneilose Heilweisen" gekennzeichnet. Die durch den Pfarrer Sebastian Kneipp populär gewordene Form der Hydrotherapie (siehe: Kneipp-Medizin ) gab allerdings das Prinzip der Arzneilosigkeit auf. Viele andere medizinische Laien, aber auch Ärzte entwarfen weitere Naturheilsysteme. Der bayerische Militärarzt Lorenz Gleich (1798-1865) prägte den Begriff "Naturheilkunde" als Sammelbezeichnung für die Naturinstinktlehre ("instinktiv richtig geleitetes Verhalten des Menschen im Umgang mit Gesundheit und Krankheit"), die Naturdiätik ("vom Instinkt geleitete naturgemäße Lebensform") und die Naturheilverfahren. Einige Ärzte wie August Bier setzten sich für eine Überwindung des wachsenden Misstrauens zwischen Naturheilkunde und wissenschaftlicher Medizin ein.(Quelle: Wikipedia)

Presseartikel zu meinem zehnjährigem Praxisjubiläum am 08.November 2008

 

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